Chronik

 

DDR - Geschichtsmuseum Perleberg

 

In einem geschichtsträchtigen Bau, von etwa 1850, welcher einst als Artilleriedepot der

Perleberger Ulanen (kaiserliche Armee) diente, dann der - Wehrmacht und 1933 als KZ missbraucht wurde, zog nach 1945 die MAS (Maschinen-Ausleih-Station), MTS (Maschinen-Traktoren-Station), polytechnischer Unterricht ein (Schüler stellten unter anderem gr. Sicherungen für die  U -, S- und Straßenbahn in Berlin, Dresden und für den Bergbau her).

Jahrzehnte lang war das Gebäude (etwa 800 qm) polytechnisches Zentrum.

Nun beherbergt es mit anderen Gebäuden zusammen das Dokumentationszentrum Perleberg mit dem derzeitigen Arbeitstitel „DDR- Geschichtsmuseum". 

Eröffnet wurde die ständige Ausstellung am 7.Okt.2006 mit 10 Räumen zur Geschichte der DDR, z.Z. sind mehr als 20 Räume zugänglich. Weitere werden demnächst folgen.

  

Inzwischen lädt ein Museums-Cafe' zum Verweilen und zu Gesprächen ein.

Wenn Gruppen sich anmelden, wird auch Kuchen oder anderes den Tisch füllen.

 

Themenabende sind ein fester Bestandteil unserer Arbeit seit Februar 2009.

 

Hier ein Überblick:     

 

1. "Das hat es bei uns nicht gegeben" - Antisemitismus in       

      der DDR                                  

Die Mitarbeiterin der Amadeo-Antonio-Stiftung  Frau Heike Radvan gab eine Einführung zu dieser Ausstellung.

 

2. Schwerter zu Pflugscharen - Was ist daraus geworden und was nicht?!  

Der letzte Regierungsbeauftragte der DDR der Atomphysiker

Dr. Helmut Domke, zuständig für die Konversion (Umwidmung von militärischen Anlagen) und beteiligt an den 4+2-Gesprächen sprach zu dem Thema:

 

3. „Der 17. Juni 1953 im Norden der DDR“ 

Die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR Dr. Iduna Sager eröffnete die Ausstellung  und sprach zu dem Thema.

 

4. "Erinnerung an die DDR - Soziales Paradies oder Unrechtsstaat?"

Zu diesem Thema sprach Frau Linda Teuteberg (FDP), anschließend gab es eine Disskussionsrunde mit dem Bildungsminister des Landes Brandenburgs Herrn Holger Rupprecht (SPD), Frau Bärbel Treutler (Bündnis Grüne), Herrn Thomas Domres (Die Linke) und Herrn Gordon  Hoffmann (CDU).

Frau Angelika  Schramm von  Antenne Brandenburg  hatte die Moderation.

 

5.  „Was mir aus DDR-Jahren unvergesslich geblieben ist“

Für die einen war die DDR erträglich oder gar einträglich, für andere belastend und unerträglich.

Dazu hielt Herr Gottfried Winter (Pf.i.R.) einen Vortrag.

 

6.  9.November 1989 - Mauerfall

Einsturz oder Aufbruch oder viele Wege in die Freiheit ?

Wer und was hat sich wohin bewegt in der Prignitz?

Als Einstieg in dieses Thema diente eine Filmdokumentation Makulatur 7/10/89"

DDR 1989, Farbe, 22 min.      Regie:  Kerstin Süske.  

  

7. „Opposition und Widerstand in der Prignitz"

Zu diesem Thema sprach Dr. Christian Halbrock (Histr. der BStU).

Im Anschluss diskutierten:

Joachim de Haas, Dr. Christian Halbrock, Hans-Peter Freimark

Moderation: Peter Grimm

 

8. "Der Beitrag der friedlichen Revolution und der frei gewählten DDR-Regierung auf dem Weg zum "Zwei plus Vier"-Vertrag"

Dr. Helmut Domke

 

9. „Die andere DDR“ – Opposition gegen den Staatssozialismus 

Die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen

der kommunistischen Diktatur Frau Ulrike Poppe sprach zu diesem Thema. 

Sie war selbst in der Opposition aktiv, so dass  sie von ihren Erlebnissen bzw. Erfahrungen berichtete.

 

10. Themenabend „Zwangsaussiedlungen“ 1952 und 1961

Menschen, die im Grenzgebiet lebten und für den Staat als unsichere Personen  galten, waren betroffen. Tausende mussten in wenigen Stunden ihre Heimat verlassen.

Diese Aktionen liefen unter verschiedenen Decknamen, z.B. „Aktion Ungeziefer“ bzw. „Aktion Kornblume“. Lange Jahre durfte darüber nicht gesprochen werden.

Zeitzeugen wie Christel Fuhrmann werden von ihren Erlebnissen berichten.

 

11. „Die Wenigen und die Vielen: Michael Gartenschläger – Kampf gegen Mauer und Stacheldraht"

mit der Autorin und Regisseurin Freya Klier

 

12. „Von der friedlichen Revolution zur Deutschen Einheit“

Herr Rainer Eppelmann srach zu dem Thema.

  

13. „Der Fall X - Wie die DDR West-Berlin erobern wollte" 

Hans Sparschuh u. Rainer Burmeister stellten diese beeindruckende Filmdokumentation vor

 

14. Paul F. Duwe las aus seinem Roman „Petermännken“

 

15. "Bis ich auf das heikle Thema mit der Macht kam"

Lesung und Konzert mit  Stephan Krawczyk

 

16. „Überwacht und abgeschottet"- Der Uranbergbau im Visier der Stasi“

Ausstellung

Eröffnet wurde sie durch Herrn Peter Grysko einem Mitarbeiter

der Außenstelle Gera der BSTU  für die Aufarbeitung  der Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

 

17. Am Vorabend des 13. August 2011 war eine Gedenkveranstaltung

zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am DDR - Geschichtsmuseum in Perleberg

 

18. Zwangsaussiedlungen aus dem Grenzgebiet der Prignitz

 „50. Jahrestag der `Aktion Festigung´“

 

19.„ES GAB KEIN NIEMANDSLAND.“ Ein Dorf im Sperrbezirk                             

Eine Produktion von Hans Sparschuh und Rainer Burmeister.

 

20. Der Schweriner Schloßgeist „Petermännchen“ diente bis zum Herbst 1989 als Deckname für einen inoffiziellen Mitarbeiter (IM) bei der Stasi u. a. an der ehemaligen Unteroffiziersschule „Egon Schultz“ in Perleberg.

Der Schweriner Freizeithistoriker Olaf Putensen hielt einen Vortrag.

 

21. Widerstand in der DDR (Videodokumentation)

Stefan Roloff und Carola Stabe haben lebensgeschichtliche Interviews mit Menschen geführt, die sich in verschiedener Form dem DDR- System widersetzt haben.

 

22. Zwangsaussiedlung in der Prignitz

Buchvorstellung und Lesung mit dem Verlagsleiter des OEZ-Berlin Verlages Herr Detlef Stein und dem Autor Ernst-O. Schönemann

 

23. Sag mir, wo sind sie geblieben die  ehemaligen  DDR - Kader, die Altpolitiker in der Prignitz?

Der Historiker Sebastian Stude berichtete aus seinen Studien:

"Personelle Kontinuitäten und Wandel im Landkreis Prignitz seit 1989.

 Das Beispiel Stadt Perleberg"

 

24. Mauer – Gitter –Stacheldraht

Ausstellung der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft  

Die politische Verfolgung in der SBZ/ DDR von 1945 bis 1989 wird in der Ausstellung durch verschiedene Lebensläufe von Opfern dargestellt.

Frauen und Männer, von denen diese Ausstellung berichtet, gehören zu denen, die unsere Demokratie unter Einsatz ihres Lebens mit erkämpft haben und dennoch oft genug zu den Vergessenen unserer jüngeren Geschichte zählen.

 

 

25. Die Rote Kapelle ein Dokumentarfilm von Stefan Roloff

Die Rote Kapelle, eine der größten deutschen Widerstandsgruppen gegen Hitler, wurde bis vor Kurzem als kommunistisches Spionagenetz diskreditiert – erst von der Gestapo und dann von Geheimdiensten.

Zum ersten Mal erzählen Überlebende Angehörige ihre Geschichte, von einer bahnbrechenden Animationstechnik illustriert.

 

26. Umerziehung von Kindern und Jugendlichen in der DDR Leid und Unrecht in der Heimerziehung und wie heute geholfen werden kann

Referentinnen: Petra Morawe, Silvana Hilliger

Obwohl die DDR in ihrer Verfassung Kindern und Jugendlichen einen wichtigen Stellenwert eingeräumt hat war die Lebensrealität  insbesondere in den Jugendhilfeheimen oft eine andere. 

Wie prägen diese Schädigungen bis heute das Leben der Betroffenen? Welche Hilfe kann der jüngst errichtete Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren von 1949 bis 1990“ geben?

 

27. „Stasi in der Prignitz“ Die Kreisdienststelle in Perleberg

Der Politologe Dr. Helmut Müller-Enbergs, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) berichtete über die Tätigkeit der inoffiziellen Mitarbeiter (IM) des MfS in der Region

Moderation: Ulrike Poppe LAkD

 

28. „Ich musste raus“  –  13 Wege aus der DDR

Buchlesung mit Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann, 1956 in Magdeburg geboren, reiste 1981 in die Bundesrepublik aus. Nach dem Mauerfall kehrte er in seine Heimat zurück. .

Die Reportagen von  C. Hoffmann belegen den ungebrochenen Freiheitswillen von ehemaligen und zurückgekehrten DDR-Flüchtlingen.

Beweis, dass ein Volk sich nicht auf Dauer einsperren lässt.

Doch was ist zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer aus ihnen geworden?

Hoffmann spürte die Flüchtlinge von einst im wiedervereinigten Deutschland auf und schlägt so den Bogen in die Gegenwart.

 

29. "Spür die Angst" 

 Die Disziplinarstrafeinheit des Militärgefängnisses Schwedt/Oder“

Lesung und Musik mit Ilja Hübner, Paul Brauhnert (Hg.) und Susanne Stock (Akkordeon)

Moderation: Dr. M. Subklew (Stellvertr. LAKD) 

Im Dezember 1989 haben die letzten Gefangenen, das Militärgefängnisses Schwedt/Oder (das einzige Strafbataillons der Nationalen Volksarmee der DDR) verlassen.

Eine Rehabilitierung ihrer zu Unrecht verbüßten Haftstrafen ohne Gerichtsurteil ist ihnen bis heute verwehrt geblieben.   Warum?

Einige der Disziplinarbestraften haben mit einer Dokumentation ihr Tabu gebrochen und sich selbst zu Wort gemeldet. Sie haben einen hohen Preis bezahlt für das, was heute für uns so selbstverständlich ist: Freiheit!

Acht charakterlich sehr unterschiedliche Verfasser haben ihre  Schicksale im Bestrafungssystem der NVA niedergeschrieben.

 

 30. "Postkontrolle" 

Peter Hellström berichtete aus eigener Erfahrung über die Postkontrolle der Staatssicherheit.

In der DDR hatte die Postkontrolle durchgehend seit dem Ende des 2. Weltkrieges stattgefunden. Nachdem anfänglich vor allem Briefe aus dem Westen kontrolliert wurden - hier ging es vor allem um westliche Druckerzeugnisse, ist die Staatssicherheit bald zur Kontrolle aller Briefe, Telegramme und Pakete übergegangen. Dabei wurden circa 11% aller Briefe innerhalb der DDR, das sind etwa 90.000 Briefsendungen jährlich, geöffnet und auf staatsfeindliche Inhalte untersucht. Da jede Überwachung durch die Staatssicherheit mit der Postkontrolle des/der Verdächtigen begann, war das System schon bald völlig überlastet.

 

 31. "Karierte Wolken"

Matthias Storck (1956) „Man suchte den Himmel und sah karierte Wolken.“                                                                                                                

Dem geborenen Pfarrerssohn Matthias Storck blieb der Weg zum Abitur verwehrt, weil er kein Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ) war. Nur mit einer Sonderreifeprüfung konnte er Theologie studieren. Zwei Ereignisse erschütterten in dieser Zeit sein Leben: Der Pfarrer Oskar Brüsewitz verbrannte sich 1976 in Zeitz an Storcks 20. Geburtstag; im selben Jahr wurde der kritische Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. Empört und betroffen setzte sich Storck nun verstärkt mit den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen in der DDR auseinander und trat öffentlich gegen die Einführung des Wehrunterrichts auf.                                                     

Von einem befreundeten Pfarrer, der inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) war, wurden seine Aktivitäten verraten und Storck mit seiner Verlobten im Oktober 1979 verhaftet.                                                                                                         1980 wurde Matthias Storck wegen eines vorgeblichen Fluchtversuchs, „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme“ und „staatsfeindlicher Gruppenbildung“ (mit seiner Verlobten)  zu 2 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt. Nach 14 Monaten Haft wurden beide von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft.                        

Er berichtete sehr beeindruckend von seinen enttäuschenden und auch mutmachenden Erfahrungen hier und dort.

 

32. Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag des 17. Juni

 

60. Jahrestag des Aufstandes am 17. Juni 1953

nach einem kurzen Gedenken und Worten von der Bundestagsabgeordneten
Frau Cornelia Behm

wurde im Nebengebäude eine Ausstellung der Bundesstiftung SED-Diktatur eröffnet

„Wir wollen freie Menschen sein„

 

33. Ein Arzt, der von Liebe, Revolution und Stasi singt

Karl-Heinz Bomberg  begleitet wurde er von Frau Katrin Cantagrel auf dem Cello

Wegen systemkritischer Lieder saß er im Gefängnis.

Es waren Lieder mit harmlos klingenden Titeln wie "Sonnenschein und Regen" und "Friede, Freude, Eierkuchen", die ihn in den Knast brachten.

Die darin enthaltene Kritik am System der DDR  war Grund genug für die Staatssicherheit, ihn am 29. Februar 1984 während seiner Arbeit als Anästhesist in einem Berliner Krankenhaus zu verhaften.

Die prägenden Erlebnisse dieser Zeit sind ihm bis heute gegenwärtig.

Als Psychotherapeut betreut er heute Opfer der Staatssicherheit, die immer noch unter den Folgen der Haft leiden.

 

34. Wegbereiter der friedlichen Revolution

Wer waren sie und wodurch wurde eine friedliche Revolution möglich?

 Vera Lengsfeld stellte dazu Ihre Sichtweise dar und kam mit uns ins Gespräch.

Sie studierte Geschichte und Philosophie in Leipzig und Berlin, wurde Mitarbeiterin der Akademie der Wissenschaften der DDR, Zentralinstitut für Philosophie.

 

 

35. Roland Jahn stellte sich den Fragen der Besucher

Roland Jahn war Mitbegründer der oppositionellen Friedensgemeinschaft Jena. Er protestierte gegen fehlende Meinungsfreiheit und die zunehmende Militarisierung in der DDR.

Im Januar 2011 wurde er vom Deutschen Bundestag zum neuen Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen gewählt.

 

36. Innenminister des Landes Brandenburg Ralf Holzschuher sprach über

„Rehabilitierung und Wiedergutmachung als Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ 

Nahezu 20 Jahre nach Inkrafttreten des Verwaltungsrechtlichen - und des Beruflichen Rehabilitierungsgesetzes bietet sich aus unserer Sicht ein Thema an, dass die leidvollen Erfahrungen der Bürger mit der SED-Diktatur und die heutigen Möglichkeiten der Wiedergutmachung in den Mittelpunkt stellt.

Ralf Holzschuher ist seit 2004 Mitglied des Landtags Brandenburg.

Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion von Oktober 2010 bis August 2013.

Seitdem ist er Innenminister vom Land Brandenburg.

 

37. „Brandenburger Weg auf dem Prüfstand“ mit Ulrike Poppe

Ergebnisse der Enquète-Kommission 5/1 des Landtages

Auf Antrag  der Fraktionen von CDU,  FDP sowie der Fraktion BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN hat der Landtag Brandenburg  im  März  2010 die Einsetzung einer Enquete-Kommission zur

„Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur und des Übergangs in einen demokratischen Rechtsstaat im Land Brandenburg“ beschlossen.

Die Arbeit ist beendet und Frau Ulrike Poppe, Beauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur  berichtete aus ihrer Sicht über die Ergebnisse der Enquete-Kommission 5/1.

 

38. Bauernschicksale in der DDR   Landwirtschaft und Kollektivierung

mit Dr. Erhard Runnwerth Agrarwissenschaftler

Die Bodenreform und Enteignungen prägten nicht nur die ersten Jahre der SBZ/DDR.

Der Prozess der Zwangskollektivierung des Grund und Bodens gliedert sich dabei in zwei Abschnitte: Die Zeit bis zum Volksaufstand am 17. Juni 1953, verbunden mit einer Massenflucht in die Bundesrepublik Deutschland, und die Zeit von 1958 – 1960, als es um die Vollkollektivierung und den Eintritt aller Landwirte in die Genossenschaft ging.

Dr. Erhard Runnwerth stellte zahlreiche Schicksale vor.

Unter anderem nutzte er dafür auch Gerichtsakten.

Die Folgen der Repressionen sind bis heute spürbar.        

 

39. Schutzlos ausgeliefert – DDR Heimkinder erzählen

Interviewdokumentation

Vier Frauen und vier Männer erzählen von ihrer Kindheit und Jugend, die alles andere als unbeschwert ist. Sie kommen in verschiedene Spezialheime der DDR.

Was sie brauchen, finden sie auch hier nicht: Aufmerksamkeit, Verständnis, Freiheit und Schutz.

Sie sollen sich einordnen in eine Gesellschaft, die letztlich keinen Platz für sie hat.

Nach dem Heim brechen sie auf in ein eigenes Leben, ihre Vergangenheit als schwere Last im Gepäck.

Diese Filmpräsentation und Gespräch geschah in Zusammenarbeit mit Uta Rüchel, DominoFilm und Silvana Hilliger Mitarbeiterin der Beauftragten der Folgen der kommunistischen Diktatur

 

40. „25 Jahre Deutschland in Europa“   Landtagspräsident Gunter Fritsch

Gunter Fritsch ging  nach der Oberschule in Fürstenwalde in die Lehre als

Kfz-Schlosser.

Nachdem er 1964 den Wehrersatzdienst als Bausoldat absolviert hat, arbeitete er als Labormechaniker in der Akademie der Wissenschaften der DDR und machte ein Fernstudium als Informationstechniker an der Technischen Universität in Dresden.

1974  Abschluss als Diplom–Ingenieur für Informationstechnik.

Seit 1990 ist er Mitglied der SPD und Landrat des Kreises Strausberg (bei Berlin).
1994 Im Zuge der Kreisgebietsreform wurde er Landrat des neu gebildeten, Kreises Märkisch-Oderland.
1997 Vorsitzender des Katastrophenschutzstabes des Landkreises Märkisch-Oderland während des Oder-Hochwassers
19.12.1997 — 13.10.99  Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

und seit dem 13.10.2004 ist er Landtagspräsident des Landes Brandenburg.

 

41. „Blitz contra Ochsenkopf“     Vortrag und Diskussion   mit Prof. Dr. Ludwig Brehmer

Die DDR war ein Staat der Grenzen. Es gab sichtbare und unsichtbare.

Gegen Funkwellen half aber keine Mauer. Der Informationsfluss lief über den ungeteilten Himmel und so überschritten Abend für Abend virtuell viele DDR-Bürger die Grenze. Obwohl es kein gesetzliches Verbot des Westsenderempfanges gab, wurde mit der FDJ-Aktion „Blitz contra Ochsenkopf“ im September 1961 zu einem stabsmäßig organisierten radikalen Vorgehen gegen Empfänger von Westsendern aufgerufen.

Das brutale Vorgehen der FDJ-Gruppen rief vielfach Widerstand hervor. So hatte der damalige Greifswalder Physikstudent, Ludwig Brehmer, mit seiner Seminargruppe in mehreren Veranstaltungen die gewaltsamen Maßnahmen der Ochsenkopf-Aktion abgelehnt und mit einer Protestresolution diese Maßnahmen öffentlich verurteilt. Der Vortrag berichtet über die Protestaktionen, die Exmatrikulation und Verhaftung und die Stasihaft von Ludwig Brehmer.

Heute beschäftigt sich der emeritierte Physikprofessor mit der Aufarbeitung von politischen und bildungspolitischen Problemen der DDR-Geschichte.

Anschließend moderierte Dr. Marie Anne Subklew  Stellvertreterin der Beauftragten des LandesBrandenburg zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur 

die Diskussion mit Prof.Dr. Brehmer und Franziska Kuschel, MA Dissertation über „Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien".

 

42.Gedenkveranstaltung zum 25jährigen Mauerfall

Am 10.Nov. 2014 wurde um 19°° Uhr eine Gedenktafel zur Erinnerung an den Mauerfall  neben den Mauerteilen am DDR-Geschichtsmuseum enthüllt.                                            

Anschließend hielt Martin Böttger einen  Vortrag  im Museums-Cafe.

„Der Vorabend der friedlichen Revolution„

Martin Böttger war Mitbegründer des Neuen Forums im Bezirk Karl-Marx-Stadt, war Abgeordneter des sächsischen Landtages für Bündnis 90 und jahrelang der Leiter der Außenstelle für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR  in Chemnitz. 

43. Dokumentarfilm zur Zwangsarbeit von politischen Gefangenen in DDR- Gefängnissen

       von Stefan Roloff (30 min.)

Vor einigen Jahren schrieb Alexander Arnold den weltgrößten Möbelkonzern an, um ihn zu einer Stellungnahme zu bewegen. IKEA  ließ in DDR- Gefängnissen, auch von politischen Gefangenen produzieren. Auch andere Firmen der Konsumbranche, der Möbelindustrie, Versandhäuser und auch Unternehmen der Auto- und Stahlindustrie profitierten davon, dass das DDR- System gezielt Strafgefangene in den Gefängnissen ausbeutete. Die Gefangenen mussten unter Missachtung von Arbeitsschutz an veralteten Maschinen im Akkord produzieren. Wer die Norm nicht erfüllte, wurde mit drakonischen Strafen belegt. In der Dokumentation erzählt Alexander Arnold, wie er in Haft geriet und was er als politischer Gefangener in der DDR erlebte. Im vorigen Jahr wurde eine von IKEA finanzierte Studie vorgestellt, die seine Vorwürfe bestätigt. Doch was tut IKEA jetzt für die Menschen, die mit dem Wissen des Konzerns unter menschenunwürdigen Bedingungen gnadenlos ausgebeutet wurden? Wer sich diese Frage stellt, wird auch wissen wollen, ob das Unternehmen jetzt in anderen Ländern unter ähnlichen Bedingungen produzieren lässt. 

44.Buchlesung mit Claudia Wegner & Michael Spitzer

Beim Lesen dieser Gedichte und beim Anschauen der Fotos überfielen mich unterschiedlichste Gefühle und Gedanken. Auch Dankbarkeit habe ich empfunden durch die Gewissheit: Ich war nie alleine. Andere wichtige Menschen teilten diese Gefühle von Angst, Wut und manchmal Ohnmacht. Es sind wunderbare Gedichte und Fotos und wer sie liest und betrachtet, findet vielleicht ein Stück von sich selber wieder, das bis dahin fehlte.
Bettina Wegner Liedermacherin (Schwester von Claudia Wegner)

Auf  folgende Fragen werden  Antworten  kommen,  wie z.B.:

Was hatte das Ministerium für Staatssicherheit mit Gedichten zu tun?

Warum in wenigen Zeilen Welten enthalten sein konnten?    

Warum es Bohrgeräusche hinter der Scheuerleiste gab?

Warum ein Liebespaar den Mauerfall 3 Jahre früher erlebte?

Warum eine Buchveröffentlichung fast 25 Jahre brauchte?

45.Vortrag: Die Schuld der Mitläufer, Anpassen und Widerstehen in der DDR

                     mit Roman Grafe

Passte sich die Mehrheit der DDR-Bürger mehr an als sie tatsächlich musste, weil sie einfach ganz normal leben wollte? Ließ sie alltägliche Möglichkeiten des gefahrlosen Widersprechens und Widerstehens ungenutzt?

Hätte die DDR-Diktatur ohne die Mitläufer  40 Jahre so funktioniert?

Das Credo des Autors und Journalisten Roman Grafe lautet:

Man musste kein Held sein, um zumindest passiven Widerstand in der DDR zu leisten.

Über das Leben in der SED-Diktatur und den schmalen Grad zwischen Anpassung und Resistenz diskutierten die Besucher mit  Stephan Raabe (Landesbeauftragter für Brandenburg der Konrad Adenauer Stiftung).

46. Alltag in der NVA - NVA Armee des Volkes

       Co. Produktion des MDR und Heimatfilm GbR Berlin

        Rainer Burmeister & Hans Sparschuh

Die NVA, offiziell als „Armee des Volkes“ bezeichnet, war alles andere als beliebt. Mehr als 2,5 Millionen DDR-Bürger waren als Wehrpflichtige bei der NVA.

Mit dem 18. Geburtstag erreichte sie der Musterungsbefehl. Mit der zivilen Kleidung ließ der Soldat für mindestens anderthalb Jahre auch die zivilen Rechte hinter sich.

Die ständige Gefechtsbereitschaft forderte, dass immer 85 Prozent der Soldaten wehrbereit in der Kaserne sein mussten. Ausgangs- und Urlaubsverbote waren die üblichen Strafen für Übertretungen.

Unter den Soldaten gab es eine verhängnisvolle Hierarchie zwischen den Neuankömmlingen und jenen, die schon kurz vor der Entlassung standen. Die „EK-Bewegung“ wurde von den Offizieren geduldet. Die zynische Devise lautete: „Solange die da unten mit sich selbst beschäftigt sind, werden sie niemals gemeinsam rebellieren.“

Für viele war die NVA nur ein notwendiges Übel in ihrer Biografie, für andere ein tiefes Trauma…

47. Buchvorstellung: "Verborgene Wunden" 

Verborgene Wunden

Im vorliegenden Buch wird eine umfassende Einordnung der Spätfolgen politischer Traumatisierung in der ehemaligen DDR vorgenommen.

Namhafte Expertinnen und Experten äußern sich zu Problemen in der aktuellen

Begutachtungspraxis psychischer Traumafolgestörungen sowie zu Besonderheiten der Behandlung im Bereich psychoanalytischer Therapie, Verhaltenstherapie und alternativer Traumatherapiemethodik. Erstmals werden auch die Auswirkungen politischer Verfolgung auf die Familie und die Nachkommen der Opfer in den Fokus der Betrachtung gerückt.

Karl-Heinz Bomberg, Dr. med., ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Anästhesie und Intensivmedizin.

Er arbeitet als Psychoanalytiker in eigener Praxis, ist Dozent, Lehranalytiker, Supervisor und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse und Psychotherapie Berlin (APB)

48. Ende gut, alles gut?

Was uns die Enquete-Kommission des Landtages zur DDR-Aufarbeitung mit auf den Weg gibt

Die Enquete hat ihre Arbeit 2014 abgeschlossen und Regierung wie Parlament Hausaufgaben, offiziell: Handlungsempfehlungen aufgegeben, darunter: ein Härtefallfonds für politische Verfolgte, bessere Rehabilitierungs- und Anerkennungsverfahren für Betroffene, das Entwickeln vernachlässigter Erinnerungsorte, mehr historische und demokratische Bildungsarbeit an den Schulen.

Was ist daraus geworden,

was ist auf dem Weg und

wie gehen wir mit der Erinnerung um,

damit sie uns nicht hindert, sondern ermutigt?

Axel Vogel, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag, war Mitglied der Enquetekommission „Aufarbeitung „er stellte sich diesen Fragen.

49. „Die DDR- auf dem Weg in ein neues Deutschland“

Dr. Hans-Dieter Trosse stellte sein Buch vor

Ein ehemaliger Perleberger  wagt ein Gedankenexperiment? Das Ende der DDR nicht im Schoße der Bundesrepublik? Das Ende der DDR unter einem ganz anderen Vorzeichen?

Utopie und Traum?

50„25 Jahre Land Brandenburg“

Herr Ministerpräsident Dr. Woidke sprach am 4.11.15, 19 Uhr zu folgendem Thema:

"25 Jahre Land Brandeburg"

verbunden mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen, z.B. am Tag des Mauerfalls,   

Stationen des beruflichen und politischen Lebens.

 

​51. Inoffizielle Mitarbeiter und andere Informanten der Stasi

      Vortrag und Gespräch  Referent: Christian Booß, BStU

Perleberg

Lange standen die Inoffiziellen Mitarbeiter im Vordergrund der öffentlichen Diskussion zum Thema Stasi. Darüber wurde vernachlässigt, dass das MfS weit mehr Ansprechpartner in der Gesellschaft hatte, um an Informationen über DDR-Bürger zu kommen.

In den Wohngebieten schöpften sie sogenannte Auskunftspersonen ab, die über ihre Nachbarn berichteten. In den Betrieben pflegten sie gute Kontakte zu Leitern, Parteisekretären und anderen Personen in Schlüsselpositionen. Vor allem die höheren SED-Funktionäre, die Nomenklaturkader, unterhielten enge Beziehungen zum MfS. Offizielle Kontakte wurden zu Vertretern von Polizei und Ämtern geknüpft. Auf diese Weise war das MfS mit anderen Institutionen der sozialen Kontrolle eng verwoben.

52. Verführung, Kontrolle, Verrat

      Das MfS und die Familie

 

Buchpräsentation und Gespräch mit Martin Ahrends Herausgeber des Buches und Uta Rüchel

 

Die Beziehungen zwischen Geschwistern, Kindern und Eltern, unter Ehe- und Liebespaaren sind vom MfS instrumentalisiert worden. Ob mehr oder weniger - man war in der DDR mit seinem Privatleben dem Zugriff, der Manipulation, Verführung, Einschüchterung und „Zersetzung“ durch die Stasi ausgesetzt. Dass die hier versammelten Geschichten vom "sozialen Gift" dieser Eingriffe keine Einzelfälle und nicht nur Privatsache sind, sondern in den öffentlichen Diskurs um die Erbschaft der DDR gehören, diese Einsicht hat sich in den letzten Jahren bei vielen Betroffenen durchgesetzt. Gleichviel, wie sie sich heute politisch bewertet finden, werden hier die so genannten Opfer und Täter als Menschen erkennbar: in ihrer Befangenheit, ihrer Verletzung, ihrer Wut, ihrer Resignation, in ihrem Verzeihen.

 

Moderation: Ulrike Poppe

                              Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

53. Filmpräsentation  “Der Stasimann in Schweden”                                                                             mit  anschließendem  Zeitzeugengespräch

IM Aktenausrisse BstU Frankfurt/Oder

In dem in der BStU-Außenstelle Frankfurt (Oder) aufgedeckten Fall dokumentieren die rekonstruierten Akten die Spitzel-Tätigkeit eines IM unter Ost-Berliner Theologiestudenten: Aleksander Radler, manchmal auch Wolfgang mit Vornamen genannt. Für die Stasi ist es IM "Thomas". Er hat die österreichische Staatsbürgerschaft, kann also reisen.                                                                                                                       Die Unterlagen zeichnen das Bild eines IM, der sich heimtückisch in den Dienst der Diktatur stellte.               Sein Handlungsspektrum reichte von Verrat bis zur Zersetzung und beeinflusste oder zerstörte die Lebenswege anderer Menschen nachhaltig.

Referent: Rüdiger Sielaff, Leiter der Außenstelle Frankfurt Oder

Zeitzeuge: Dietmar Linke, Pfarrer, i. R.